Zweite Protestdemo für besseren Lärmschutz auf der A72

Von Friedhold Lippmann     

 

Die Protestdemo am 18.06.2011 wurde, wie im Vorjahr, von der Bürgerinitiative Lärmschutz – Plauen organisiert. Die BI vertritt die Anwohner zwischen den Anschlussstellen Plauen – Süd und Plauen – Ost, also auch die Bewohner unserer Siedlung Sorga, in Sachen verbesserter Schutz vor dem unerträglichen Autobahnlärm. Seit mehreren Jahren versucht sie, Politiker und Behörden zur Einhaltung der Lärmschutzgesetze zu bewegen – bislang ohne Erfolg.

Deshalb auch in diesem Jahr die drastische Aktion:

65 Fahrzeuge fuhren in einem Autokonvoi im Schneckentempo auf der A72 zwischen den o.g. Anschlussstellen. Es waren zwar weniger Fahrzeuge als im vergangenen Jahr aber für die BI war es trotzdem ein Erfolg, nicht zuletzt auch wegen des Medieninteresses. Vor Ort waren Reporter der lokalen Presse, des lokalen Fernsehens und des MDR. Damit erhöht sich der Druck auf Politik und Behörden, endlich für einen wirksamen Lärmschutz (z.B. Flüsterasphalt) zu sorgen.

Bevor die Langsamfahrt auf der Autobahn begann, fand im Gewerbegebiet Oberlosa eine Kundgebung statt. Die Leiterin der Bürgerinitiative Ursula Hiebl dankte für die Unterstützung und begründete die Protestaktion:

"Seit der letzten Demonstration haben wir uns mit der Bitte um Unterstützung in einem offenen Brief an Herrn Ministerpräsidenten Tillich gewandt, geantwortet hat die Fachabteilung im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auf die gewohnt schwammige Art und Weise.

 

Unsere Antwort mit der wiederholten Forderung nach eindeutigen, terminlich fixierten Maßnahmen und einem Rundtischgespräch aller Entscheidungsträger ist bis heute unbeantwortet. Der Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung bis zur Sanierung der Fahrbahn mit dem versprochenen neuartigen Lärm mindernden Asphalt wurde abgelehnt.

 

Nachdem letztens die Stadt aufgefordert wurde, selbst Lärmschutzwälle anzulegen, hat diese im Rahmen des Bauantrags eines Privatinvestors für Photovoltaikanlagen den Bau eines Walls vorgeschlagen – das Autobahnamt hat den Bau im 40-m-Bereich untersagt – doch wo, wenn nicht direkt neben der Autobahn sollen sonst Anlagen zum aktiven Lärmschutz entstehen?......

 

Wir finden diese durchgehende Veräppelung nicht mehr hinnehmbar. Deshalb haben wir die Demo organisiert! Vielleicht fühlen sich jetzt auch endlich der Bundesverkehrsminister Ramsauer und die Fachabteilung im Sächsischen Ministerium veranlasst, die zugegangenen Schreiben vom 18.05.2011 bzw. 20.05.2011 mit der unterstützenden Unterschrift der Plauener Stadträte endlich zu beantworten."

Bilder: Friedhold Lippmann, Matthias König

 

Hinweis: Alle Bilder können groß geklickt werden

 

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